Gamen und die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Das Thema Gamen, aktuell insbesondere das Spiel «Fortnite», ist in aller Munde. Ob zu Hause auf PC und Konsole, oder Mobil auf dem Handy im Bus und auf Reise, am Thema und dem Spiel kommt im Moment kaum jemand vorbei. Dieser Hype führt teilweise zu Unsicherheiten und Ängsten in Bezug auf die Frage, was denn ein richtiger Umgang mit dem Gamen sein kann. Auch wir in der Offenen Jugendarbeit haben uns dazu Gedanken gemacht.

Menschen haben schon immer gespielt: Spielerisch Aufgaben zu lösen und sich zu unterhalten sind menschliche Grundbedürfnisse. Gamen, also die elektronische Form des Spielens, darf heute klar als jugendkulturelle Ausdrucksform bezeichnet werden. Spieler und Spielerinnen bilden dabei eine eigene Szene/Gruppe mit eigenen Codes, wie z.B. Tänzen im Spiel «Fortnite», welche von der Szene auf der ganzen Welt sofort verstanden werden und identitätsstiftend wirken können.

Chancen der Gamekultur

Gamen, ob alleine oder online in einer Community, macht in erster Linie sehr viel Spass. Gleichzeitig fördert das Gamen viele nicht unmittelbar sichtbare Dinge wie sensomotorische Fähigkeiten, kognitive Kompetenzen, Medienkompetenz, soziale Kompetenz und auch persönlichkeitsbezogene Kompetenzen. Auch in der klassischen Bildung wird eine stärkere Gamification, also das Lernen über Spiele, beobachtet und zunehmend eingefordert. Denn eines ist schon länger klar, Kinder lernen effizient über das Spielen.

Risiken der Gamekultur

Wie bei vielen anderen Dingen kann auch beim Gamen ein übermässiger Konsum zu Auffälligkeiten oder Problemen führen. Die Schule, Arbeit, Familie, Hobbys, Freunde und/oder der eigene Schlaf können unter übermässigem Game-Konsum leiden. Hier ist das Umfeld gefordert, denn die Selbstwahrnehmung kann versagen. Beobachtungen und eigene damit verbundene Ängste sollen dem/der Jugendlichen mitgeteilt und mit diesen besprochen werden.

Gamen in der OKJA

Games und Gamen sind feste Bestandteile einer Jugendkultur und so selbstverständlich ein Thema der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Als solche stellen wir geschützte Experimentier- und Freiräume für das eigene Ausprobieren sowie das Ausloten von Grenzen zur Verfügung. Dass dabei Grenzen überschritten werden gehört zur Natur des Lernens. Unsere Jugendarbeitenden begleiten die Jugendliche auf diesem Weg aufmerksam und mit grosser Fachkompetenz für Entwicklung und Freiräume unter Berücksichtigung des Jugendschutzes und des Kindeswohls.

Die OKJA steht den Eltern und Bezugspersonen zur Verfügung

Für die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist jedes Kind einzigartig. Wir sind ständig im Gespräch mit den Jugendlichen und in Aushandlungsprozessen um Lernerfahrungen zu ermöglichen und zu begleiten. In unserem Wirken sind wir gleichzeitig auf die Rückmeldungen von Eltern und Bezugspersonen angewiesen, gerade bei Unsicherheiten und Ängsten. Ebenso stehen wir regelmässig im Austausch mit Lehrpersonen und der Schulsozialarbeit, beides übrigens ebenfalls kompetente Anlaufstellen.

Das Gamen ist eine jugendkulturelle Erscheinung, welcher wir Erwachsenen uns in unterschiedlichen Rollen widmen und damit auseinandersetzen müssen. Einen lesenswerten Kommentar zum Thema hat Guido Berger, Leiter der Digital Redaktion des Schweizer Radio und Fernsehens, unter dem Titel «Zuschauen reicht nicht – spielen Sie!» verfasst.

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